Magistrat der Stadt Bebra
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Anschrift und Öffnungszeiten

 

 

  
  
                         Thumbnail image Der Bürgermeister informiert  

Start B 14: Lüdersdorf, Ortsmitte, 227 m NN - Lüdertalhalle/ Mehrzweckhalle/ Feuerwehrgerätehaus, Gausthaus – geradeaus „Lüderstraße“ – links abbiegen bergauf „neuer Weg“ – geradeaus – „Thonstrauchhütte“ – rechts parallel  des Lehmbaches – „Goldbachteiche“ – bergauf, „ Steinkante“ liegt rechts – Kreuzung – nach links abbiegen auf den B 14 oder nach rechts auf den B 14 A.

B 14 weiter: nach links abbiegen – Credersloch – rechts an der Hangliede entlang – Tannentarten – B 14 trifft auf den Fulda­Diemel­weg/X17 – weiter  zwischen Götzenbach und hasenkopf bis Abzweig „Bei den Stöcken“ – Wiedental – links am Leimbachskopf entlang – bergab Buchseite – von rechts trifft der B 14 A auf den B 14 – weiter B 14 – Waldende mit Parkplatz, Wanderwegetafel „Wander im Lüdersdorfer Forst“ – asphaltierter Weg nach Lüdersdorf – Ausgangspunkt Ortsmitte Lüdersdorf, Lüdertalhalle, Gasthaus (Einkehrmöglichkeiten anfragen)

B 14 A weiter: - nach rechts – B 14 A zwischen „Leimbachskopf“ und „Steinkante“ – „eichelhecke“ – große Linkskurve – Abstecher nach rechts ca. 50 m vom Hauptweg bis Waldrand „Dittmarsruh“, Aussicht (Ruhebank) von links nach rechts: Meißner (750 m), Stölzinger Gebirge mit Alheimer (550 m), Solzer Höhe, Ringgau, Thüringer Wald mit Großem Inselsberg (916 m) usw. – zurück zum Wanderweg B14 – Weiter im Wald „Buchseite“ –B 14 trifft hier auf B 14 A – ab hier B 14 – Waldende mit Parkplatz, Wanderwegetafel „Wandern im Lüdersdorfer Forst“ – asphaltierter Weg nach Lüdersdorf – Ausgangspunkt Ortsmitte Lüdersdorf, Gasthaus (Einkehrmöglichkeit anfragen)

Wanderstrecke B 14: ca. 15 km

Wanderstrecke B 14 A: ca. 7 km

B14 Wanderweg

Lüdersdorf wird in einer Urkunde der Propstei Blankenheim am 5. Dezember 1337 mit dem Namen „Ludolfestorf“ zum ersten Mal genannt. Es wird angenommen, dass der Name mit einem möglichen Besitzer Ludolf im Zusammenhang steht. Bis ins 14. Jahrhundert gehörte Lüdersdorf zur Reichabtei Hersfeld und in der Folgezeit zum landgräflichen „Hessischen Rottenberg (Rotenburg).

In Lüdersdorf waren im Jahre 1538 Besitzungen derer von „Riedesel“, „von Baumbach“ und „von Dörnberg“. Unter 17 Namen  im Rotenburger Salbuch von 1627 wird ein „Riedeselscher Hofmann“ erwähnt.

Im 16. Jahrhundert waren dem Gerichtsstuhl Breitenbach die Orte Lüdersdorf, Breitenbach, Blankenheim, Mecklar und Meckbach zugeordnet. Für Vergahen im damaligen Sinne wurden schwere Strafen ausgesprochen. In der „Disciplianar­Ordnung“ von 1543 steht u. a. „… das Vollsaufen im ersten Fall kostet 1 Gulden Strafe, im Wiederholungsfall droht Turmarrest, Orts- oder Landesverweisung.„…bei Ehebruch werden beide Teile mit zwei Monaten Turmarrest bei Wasser und Brot bestraft. … Säumige Kirchgänger werden zu Geldstrafen verurteilt. Bei einer Kindstaufe dürfen nur 20 Personen mit einer einzigen Mahlzeit verköstigt werden.“

B14 Wanderweg

Im 30­jährigen Krieg wurde Lüdersdorf völlig zerstört. Um den Monatswechsel Mai/Juni 1623 bezog Tilly mit den kaiserlichen Truppen der katholischen Liga (8.000 Reitern und 25.000 Soldaten) Quartier in Hersfeld und in den Dörfern am Fuldaknie. Im Oktober 1623 kam Tilly mit 11 Regimentern Reitern und 8 Regimenter Fußvolk für zwei Jahre wieder in diese Gegend. Durch Plünderung verloren die Menschen Vieh und Nahrung. 1625 bis 1628 wurde die Bevölkerung von der Pest heimgesucht. Die Orte verloren durch die Seuche 25 – 50 % der Einwohner.

B14 Wanderweg

Während des 30­jährigen Krieges am 12.02.1627 gab Landgraf Moritz von Hessen, der am 17.03.1627 abdankte, ein Viertel seiner Landgrafschaft an seine Söhne aus zweiter Ehe ab. Dieses kleine Fürstentum, die „Hessen-Rotengurger-Herrschaft“, war nicht mit allen Rechten ausgestattet und wurde auch die „Rotenburger  Quart“ (=ein Viertel) genannt. Dazu gehörten Schloss, Stadt und Amt Rotenburg, Eschwege, Wanfried, ludwigstein, Stadt und Amt Sontra, die Gerichte Bilstein und Germerode, das hessische Drittel von Treffurt, Stadt Witzenhausen, herrschaft Plesse (nördlich von Göttingen) und das Amt Neuen-Gleichen (südöstl. Von Göttingen).

1647 kam der größte Teil der Niedergrafschaft Katzenelnbogen mit der Feste Rheinfels und der Hauptstadt St. Goar am Rhein zur „Rotenburger Quart“ hinzu. 1754 folgte die die Feste Rheinfels zu Hessen-Kassel. So entstand die „Hessen Rheinfelsische-Rotenburger-Herrschaft“. Landgraf Viktor Amadeus hatte keine Erben. Die „Rotenburger Quart“ löste sich auf und fiel am 12.11.1834 an Hessen-Kassel zurück.

Im Salbuch von 1627 stehen nur wenige Angaben über „Leudersdorf“, heute Lüdersdorf. Es werden als „Summa Mannschaft dieses Dorfs = 17“ Namen genannt. Ihre Berufe waren Bauern, Ziegler und Töpfer, Schneider, Zimmermann und Tagelöhner. A der heutigen Stelle „Zellerstraße 4“ befand sich damals eine „Schenkstatt“. 1717 erbaut, bis 1860 in Betrieb, in den 1960ern Jahren dann abgerissen. Noch 1950 war auf einem Schild zu lesen „Schenkstatt und Herbergierung“.
Im gegenwärtigen Gasthaus „Lüdertal“ befindet sich ein Grundstein mit der Jahres 1716. Bis kurz vor 1850 war die Hof-Revierförsterei, die spätere Oberförsterei Lüdersdorf, in diesem Haus.

Ab 1769 gab es einige Jahre eine Schule in Lüdersdorf. Die Kinder wurden von dem Schulmeister Johann Friedrich Däche unterrichtet. Ein Schulgebäude bzw. wo der Unterricht stattfand, ist nicht bekannt. Um 1900 gab es in Lüdersdorf 1 Gemischtwarengeschäft, 2 Schmieden, 1 Wagnerei, 1 Schuhmacherei, 1 Schneiderei, 1 Mühlenbetrieb, 1 Zimmerei, 1 Töpferei, 1 Ziegler, 1Maurermeister und 1 Schreinerei.

Die Versorgung der Bevölkerung fand hauptsächlich im eigenen Ort statt. Von einem Ort zum anderen kam man zu Fuß, zu Pferd oder mit Gespannen. Fahrräder waren noch sehr selten. Die Eisenbahn war für die Beförderung ein großer Fortschritt. Die Lüdersdorfer hatten aber einen weiten Weg zum nächsten Bahnhof nach Bebra. Mit der Entwicklung des Autos wurden die Menschen mobiler. Mit der Steigerung der Mobilität wurde das Einkaufen außerhalb des eigenen Ortes sehr erleichtert. Diese Entwicklung setzte sich immer weiter fort. Leider ist die Versorgung heute, 100 Jahre später, in allen Orten nicht mehr so gut. Unsere Dörfer und Kleinstädte erleben diese Veränderung seit Jahrzehnten, die mittlerweile auch größere Zentren erfasst.

B14 Wanderweg

1911 wurde eine gemeinsame Wasserversorgung von Lüdersdorf und Breitenbach gebaut. Zwei Quellen im „Gertnis“ liefern bis heute das Trinkwasser an beide Gemeinden. Seit dem 12.11.1922 brennt in Lüdersdorf elektrisches Licht. Die Gastwirtsleute Heinrich Bomm und Christine, geb. Becker, Hatten an diesem Tag Grüne Hochzeit. Das Gasthaus wurde deshalb vor dem allgemeinen Termin an das Stromnetz angeschlossen; das lockte die Dorfbewohner an, dieses neue Licht zu Sehen.

Bis um 1900 wurden, wie in vielen hessischen Dörfern üblich, Häuser nur in Fachwerkbauweise errichtet. Die Häuser waren meist nur teilweise oberirdisch unterkellert. Die sogenannten „geringen Leute“ (Kleinlandwirte, Ziegenhalter usw.) brachten ihr Vieh im Hauskeller unter. Um 1930 begann man das Untergeschoss massiv zu bauen oder bei bestehenden Häusern massiv zu unterfangen. Ab 1950 wurden viele Fachwerkhäuser umgebaut bzw. abgerissen und in Massivbauweise neu erstellt.

Wie fast überall im ländlichen Bereich waren die Straßen früher unbefestigt und bei Regenwetter durch den „Schmadder“ (Dreck, Schmiere) am besten mit Holzschuhen und später mit Gummistiefeln zu begehen. Bei Trockenheit im Sommer wirbelten Sand und Staub durch die Luft – so war’s einmal.

Weitere Informationen bietet Ihnen die Web-Site des Geschichtsverein Altkreis­ Rotenburg.

Kontakt:
www.geschichtsverein-rotenburg.de
Haide Schreiber / Tel. 06623-44019 / Haide.Schreiber@gmx.de
Andreas Rehs / Tel. 06623-41548 / andreas.rehs@web.de

Hier finden Sie weiterführende Literatur zu diesem Thema:

"Chronik Lüdersdorf 1338 - 1987", "Bebra und seine Stadtteile bildschön", "Bebra, Chronik einer Stadt - Teil 2", "Rund um den Alheimer (in Bänden)".