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Anschrift und Öffnungszeiten

 

 

  
  
                         Thumbnail image Der Bürgermeister informiert  

Start B 15: Ausgangspunkt Lüdersdorf / Ortsmitte (227 m NN) – „Gasthaus Lüdertal“, Mehrzweckhalle/ Feuerwehrgerätehaus – Neue Wegführung

Lüderstraße – rechtsabbiegen „An der Hardt“ – bergab links abbiegen – B 15 weiter oder B 15 A weiter

B 15 weiter: Sommerseite – Breitendelle – Hohe Buche (436 m) – Abstecher zum Jagdhaus Bode, Rastplatz – mit gleichlaufendem X 3 – rechts abbiegen an der Stephans­Eiche – Dachslöcher – nördlich am Wildköpfchen vorbei – Gärtners – Bornfang – zwischen Dachsfeld und Mähre zum Waldrand – großer Rundblick – Wasserbehälter – Kreisstraße „K 60“ überqueren – ca. 40 m bergauf – rechts abbiegen auf Fahrweg – bergab rechts abbiegen – an buschigen Bäumen entlang – Rasenweg – bergab links abbiegen – Friedhof – ev. Kirche – Kreisstraße „K 60“ überqueren – Ausgangspunkt Lüdersdorf / Ortsmitte – „Gasthaus Lüdertal“ (Öffnungszeiten anfragen) Mehrzweckhalle/ Feuerwehrgerätehaus

B 15 A weiter: „An der Hardt“ – bergauf rechts abbiegen – Verlauf südlich „Mähre“ – Abzweigung spitzwinklig, nordöstl. Richtung auf den R 4a bis Kreuzung mit dem B 15 – rechts abbiegen wieder auf den B 15 – Bornfang – zwischen Dachsfeld und Mähre zum Waldrand – großer Rundblick – Wasserbehälter – großer Rundblick – Kreisstraße „K 60“ überqueren – ca. 40 m bergauf – rechts abbiegen auf Fahrweg, bergab, rechts abbiegen – an buschigen Bäumen entlang – Rasenweg – bergab, links abbiegen – Friedhof – ev. Kirche – Kreisstraße „K 60“ überqueren - Ausgangspunkt Lüdersdorf / Ortsmitte – „Gasthaus Lüdertal“ (Öffnungszeiten anfragen) Mehrzweckhalle/ Feuerwehrgerätehaus

Wanderstrecke B 15: ca. 13 km

Wanderstrecke B 15 A: ca. 7 km

In Lüdersdorf betrieb Hermann Roth als letzter  von 1863 bis1900 eine Mühle. Er war ein Riedeselscher Förstersohn von Forsthof Heyerode, der eingeheiratet hatte. Es wird angenommen, dass die Bezeichnung „am Molnberg“ (=am Mühlberg), heute „Mühlenfeld“, aus dem Jahre 1538 stammt., weil in der Gemarkung oberhalb von Lüdersdorf früher eine „geringe Mühle“ existierte, - 1778 im Lager-, Stück- und Steuerbuch von Lüdersdorf -. Die Bezeichnung „geringe Mühle“ sagt aus, dass von dieser Mühle nicht alle Haushalte versorgt werden konnten. So waren auch „Inwohner“ aus Lüdersdorf an die „Ulfenmühle“ an der Fulda in Weiterode „gebannet“ (= zum Mahlen gebunden). Die Mühle wurde von dem zu einem Teich gestauten Bach auf der „Herrschaftlichen Teichwiese“, heute „Herrenteich“ genannt, getrieben. Der kleine Bach hatte zeitweise zu wenig Wasser für den mahlbetrieb. Die Mühle hatte ein Oberschlägiges Wasserad.

B15 Wanderweg

1592 wird berichtet, dass Lüdersdorf eine kleine Kirche mit einem Türmchen auf dem Dachfirst hatte. An dieser kleinen Kirche grenzte der erste Friedhof in Lüdersdorf. Auf dem Friedhof an der alten Kirche zelebrierte man zwischen 1630 und 1640 die letzten Beerdigungen. Die Verstorbenen von Lüdersdorf wurden nach dem 30­Jährigen Krieg bis 1769 auf dem Friedhof in Breitenbach beigesetzt.

130 Jahre später, ab dem 10.02.1770, wurden die Lüdersdorfer Einwohner wieder in ihrem Dorf beerdigt. Im 30-jährigen Krieg (1618 – 1648) wurde die Kirche zerstört und verfiel fast 200 Jahre lang zu einer Ruine. Auf dem Grundstein der alten Kirche zeigt eine Innschrift den Text „MAUER M: J: Anno 1828“. Zu dieser Zeit wurde die alte Kirche wieder aufgebaut. Von 1900 bis 1933 konnte die Kirche wegen ihres schlechten Zustandes nicht genutzt werden. 1933 fand eine Renovierung statt.

Die heutige Kirche in Lüdersdorf wurde 1958/59 neu erbaut. Die alte Kirche wurde verkauft. Ein Grabstein aus dem Jahre 1795 vom alten Friedhof, von einem Steinmetz kunstvoll gestaltet, ist am Turm der neuen Kirche angebracht.

Die Landwirtschaft war bis in die 1960er Jahre ein wichtiger Erwerbsbereich in Lüdersdorf. Rinder, Schafe, Schweine und Gänse wurden in Herden gehalten. Die Äcker wurden in Dreifelderwirtschaft bearbeitet. Im Wechsel baute man auf einem Drittel Wintergetreide (Winterroggen, Winterweizen, Wintergerste, Emmer), und auf einem Drittel Sommergetreide (Saathafer, Mais und Sommergerste, Hirse) an. Das dritte Drittel lag zum ausruhen ein Jahr brach. Die Arbeit begann im Morgengrauen und endete spät am Abend. Alles war Handarbeit, es gab keine Maschinen. Erst ab dem 19. Jahrhundert erleichterte die dampfgetriebene Dreschmaschine die bäuerliche Arbeit, jedoch nicht jeder Bauer konnte diese bezahlen.

Entsprechend der Bodenfunde haben Töpfer, Ziegler und Ofenbauer ungefähr seit dem 14. Jahrhundert, etwa 400 Jahre, in Lüdersdorf gewirkt. Eine Besonderheit ist, dass die Töpfer Gefäße, Kacheln, Ziegeln und Backsteine herstellten und gleichzeitig Ofenbauer waren – eine sehr vielseitige Berufsgruppe, flexibel würde man das heute nennen.

Am 14.01.1575 erfüllte Landgraf Wilhelm IV. von Hessen-Kassel die untertänige Bitte der „Ulner und Döpffer“ (Ziegler und Töpfer), ihnen einen Zunftbrief zu verleihen. In diesem hieß es:

„Wer sich auch in diese Zunfft undt Innung begeben will, der soll sein Handwerk wohl können, undt zuvor vor den Meisternn drey Stück machenn, nemblich ein Dopffen - fünff Viertelll einer ehlen hoch, einen engen Krug von einem eymer undt eine Kachel“.

Wer die Prüfung nicht besteht, musste noch ein Jahr wandern und „sein Handwerk besser lernen“.

B15 Wanderweg

1538 gab es in Lüdersdorf 4 „Dopffer“ – ein Viertel der 16-köfpigen sogenannten „Mannschaft“ (Einwohner). Sie lieferten ihre Produkte auf Jahrmärkten, an Topfhändler und u. a. auch an die „fürstliche Hofstatt in Rotenburg“. Der gewonnene Ton wurde in eine Ton-Mühle gefüllt., anschließend gemischt und geknetet. Dies geschah mit Hilfe einer im Kreise gehenden Kuh, geführt von einer Deichsel. Die luftgetrockneten Tongefäße, Ziegeln, Backsteine usw. wurden 5 Tage und 5 Nächte gebrannt. Es gab unterschiedlich große Brennöfen. Die Gemeinschaftsöfen konnten pro Brand 1000 Töpfe bzw. 1100 Ziegeln oder Backsteine aufnehmen. Pro Jahr wurden etwa 5 Brände durchgeführt. Der letzte „Dopper“ oder „Debbendreher“, Ernst Scheuch, gab die Töpferei um 1910 auf.

Die Leinenweber aus Lüdersdorf stellten aus Flachs das weithin bekannte „Hessische Grobleinen“ her. Die Leinenweberei war in unserer Region sehr verbreitet. Im Bericht über den Bebraer Wanderweg B 11 wurde dieses Thema bereits behandelt.

Über die Höhenzüge des Lüdersdorfer Forstes führte in früher Zeit ein wichtiger Verkehrsweg, vergleichbar mit dem Verlauf des heutigen überregionalen Wanderweges X 3/ X 17 von Hersfeld – über den Wehneberg – verlaufend zwischen Tann und Rohrbach – bis zur Kreuzung „Hohe Buche“ (436 m) / Jagdhaus Bode im Verlauf des Bebraer Wanderweges B 15 geht es weiter über „Breitendelle“ am Wildkopf (446 m).

Ungefähr im Verlauf wie der Rotenburger Wanderweg R 4 – Richtung Gut Wilhelminenhof – nach „Breitingen“ (Breitenbach), der Wüstung am Mündersbach, dem heutigen Gelände der Tennisplätze. Die Fuldafurt am Storchensee lässt darauf schließen, dass über die Wasserburg in Lispenhausen eine Verbindung zum Martholz und der Sälzerstraße, der westlichen Franzosenstraße von Bebra aus gesehen, zur Betteleiche bestanden hat. Von der Kreuzung „Hohe Buche“ gab es etwa dem heutigen Verlauf des Fulda-Diemel-Weges X 17 entsprechend eine Verbindung weiterführend über Schloss Ludwigseck.

Am 30.05.1003 vermachte Heinrich II. den zum Forst- und Wildbahnbezirk Eherinevirst gehörenden Lüdersdorfer Forst der Reichsabtei Hersfeld. Auf der alten Höhenstraße war Heinrich IV. mit seinen Truppen unterwegs. Er schlug sein königliches Feldquartier in Breitenbach auf. Am 27. Und 28.01.1074 stellte Heinrich IV. jeweils eine Urkunde aus. In Wanderweg B 16 wird u. a. über Breitenbach berichtet.

B15 Wanderweg

1494 ließen die Landgrafenwitwe Mechthild zu Rotenburg und Abt Volbert Riedesel von Bellersheim in Breitenbach die erste Holzbrücke über die Fulda bauen. Dadurch ergab sich eine Verbindung durch das Fuldatal und durch das Bebraer Becken mit der Von Bebra aus östlichen gelegenen Franzosenstraße, der „Ringgaustraße“ – am kesselberg (329 m), vorbei – Cornberg – Ringgau, einemTeilstück des Bebraer Wanderweges B 2.

Die Wüstung Gertingers befindet sich etwa 1 km von Lüdersdorf in Richtung „Hohe Buche“ entfernt. In der Vermuteten früheren Ortslage treffen zwei Wiesentäler zusammen, das „große“ und das „kleine Gertnis“. Das frühere Dorf „Gerthingers“ an dieser Stelle hatte eine eigene Kirche und einen eigenen Friedhof. In einer Urkunde von 11.02.1267 der Propstei Blankenheim wird die Siedlung erstmals erwähnt. In dieser Urkunde werden Lehnsansprüche vom Ritter Theoderich von Gotha an das Kloster Blankenheim bei dem Hersfelder Abt Heinrich wegen eines Hofes in Breitenbach und die „Villam Gerhingeris“ (villa<m>=Dorf oder Siedlung) gestellt.

Gertrud Tygeln, Henkele Czimmermann und seine „eheliche Wirtin“ (Ehefrau) Alheit sowie Heinrich Tygel und dessen „eheliche Wirtin“ Gele aus Gerthingers gaben Ende des 14. Jahrhunderts Jährliche 5 Viertel (ca. 750 kg) Getreide für ihr Seelenheil an die „closter Jungfrauen“ des St. Augustini Ordens zu Blankeheim.

Nach Tod dieser Einwohner fiel Gertingers vermutlich an das Kloster Blankenheim. Im Pestjahr 1356 starben in Hersfeld etwa 3000 Menschen an der Seuche. 1410 gab es wieder ein Pestjahr. In dieser Zeit wurde das Dorf das erste Mal für etwa 100 Jahre wüst.

Die Meisterin Elsebeth von Drahe und der Convent des St. Augustini­Ordens des Klosters Blankenheim erteilten mit der Bewilligung der Abtei und des Stiftes Hersfeld der Landgräfin Mechtild am 10.06.1484 die Genehmigung zum Wiederaufbau der „Wüstunge Gertingers“ für den Gottesdienst. Es wurde die Kirche und einige Wohnhäuser für Kranke und Fremde wieder aufgebaut. Durch diesen Vorgang fiel Gertingers aus dem Zuständigkeitsbereich der Reichsabtei Hersfeld an das Hessische Amt Rottenbergk (Rotenburg).

Für diese Aufbauleistung wurde vom Papst Innozenz VIII. ein Diplom um 1490 erstellt. Das Jahr ist aufgrund unterschiedlicher Jahreszahlangaben nicht genau bekannt. 1538 gab es in der Siedlung einen landgräflichen Hof, drei Wohnhäuser und drei Hauseigentümer. 1689 gab es noch eine Haushaltung, doch schon 1778 wurde die Kirche Gertingers im Lager-, Stück- und steuerbuch als wüst (öde, gottverlassen) erwähnt.

Die Kirchenglocke aus der Kirche Gertingers läutete bis 1916 in der Breitenbacher Kirche. In diesem Jahr wurde sie abgeholt und für Kriegszwecke eingeschmolzen. Auf dem früheren Platz der Kirchen stand bis 1935 ein Eichenkreuz mit der Aufschrift „Kirche Gertingers“. 1960 fand ein Lüdersdorfer Landwirt beim Pflügen einen 34 cm langen Schlüssel mit einem 9 cm breiten Bart an dem Standort der früheren Kirche Gertingers., der sich heute im Rotenburger Heimatmuseum befindet. Die heutige Gedenkstätte aus den Steinen der alten Kirche am Gertingers Kirchrain wurde 1985 von dem Heimatforscher und Chronist Hans Grunz und dem Steinmetzbetrieb Balduf aus Bebra errichtet.

Die Wüstung Leimbach befand sich im heutigen „Lehmbach“ und wurde in einer Urkunde des Klosters Blankenheim vom 18.12.1316 zum ersten Mal erwähnt. In der Blankenheimer Urkunde vom 14.08.1356, die „Ludolfesdorf“ (Lüdersdorf) betrifft, wird der Adelige Wernher von Leymbach erwähnt.

1460 wird „Leymbach“ als Wüstung erwähnt. Die höchste Erhebung in diesem Bereich, der Leimbachskopf, weist auf die einstige Siedlung hin.

1538 hatten Lüdersdorfer Hausgesessene (Männer mit Bürgerrecht, die ein eigenes Haus bewohnen) in der Flur Leimbach Besitzungen. Der angrenzende Wald wird 1576 „Hain zu Leimbach“ genannt. Die Flurnamen und Flurstückbezeichnungen „im Clausgarten“ (Einsiedlergarten), „Im Pösch“ (Vorgarten/ Säulenhalle), -2-azf’m hohen Garten“, „Im Teich“, „Auf der alten Ecke“ weisen auf die adeligen Siedler hin. Spinnwirtel, Kerzenständer aus Ton und Tonscherben aus dem 13. Bzw. 14. Jahrhundert wurden hier gefunden.

Am 01.04.1945 erreichten die amerikanischen Truppen Lüdersdorf. Sie kamen vom „Besengrund“ (=Rohrbachsgrund) durch den Wald in das Dorf. Einige Häuser wurden durch Kampfhandlungen beschädigt. In der Fortstraße 19 brannte eine Scheune ab. Drei deutsche Soldaten und drei Zivilpersonen kamen zu Tode. Acht Einwohner kehrten aus dem Krieg nicht wieder nach Lüdersdorf zurück. 18 heimatvertriebene Familien kamen nach 1945 nach Lüdersdorf.

45 Lüdersdorfer Männer und 9 Auswärtige leisteten 1975/76 beim Bau der Lüdertalhalle 6185 freiwillige, unentgeltliche Arbeitsstunden. Sie halfen damit ein Drittel der Kosten einzusparen. Dafür erhielt die Gemeine von der hessisch/Niedersächsischen Allgemeinen Zeitung den alljährlich verliehenen „Paul­Dierichs­Preis“.

Durch die Hessische Gebietsreform wurde Lüdersdorf am 01.02.1972 Stadtteil von Bebra.

Kontakt:
www.geschichtsverein-rotenburg.de
Haide Schreiber / Tel. 06623-44019 / E-Mail: Haide.Schreiber@gmx.de
Andreas Rehs / Tel. 06623-41548 / E-Mail: andreas.rehs@web.de

Hier finden Sie weiterführende Literatur zu diesem Thema:

"Chronik Lüdersdorf 1338 - 1987", "Bebra und seine Stadtteile bildschön", "Bebra, Chronik einer Stadt - Teil 2", "Rund um den Alheimer" (in Bänden).