Magistrat der Stadt Bebra
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Anschrift und Öffnungszeiten

 

 

  
  
                         Thumbnail image Der Bürgermeister informiert  

Wanderweg B 9 und B 9 A

Start B 9: Gilfershausen, Ortsmitte, Wandertafel, - „Hauptstraße“ (K 53) – Richtung Imshausen – Ortsausgang – rechts am Brunnen bergauf – vor dem Schoßberg, 365 m, links bergauf B 9 – geradeaus durch den Wald – ab Waldrand geradeaus – Weggabelung – rechts abbiegen – am rechts liegenden Birksküppel entlang – leicht anteigend – bergab – Blick auf Iba – Altes Forsthaus Iba – L 3250 – spitzwinklige Rechtskurve – Wanderweg B 9 – Bürgersteig L 3250 – rechts „Am Birks“ – bergauf – rechts des B 9 ca. 100 m auf dem B 9 A seit 2014 die „Schoßberg-Hütte“, 365 m (gemütlicher Rastplatz) – Mühlberg, 339 m – rechts eine Bank, Überland-Stromleitungsmast – rechts nach Gilfershausen – Straße „In den Dellen“ – rechts „Hauptstraße“ (K 53) – Ausgangspunkt Gilfershausen, Ortsmitte, Wandertafel.

Einkehr in Iba: „Gasthaus Däche“ (Dienstag Ruhetag), „Gasthaus Hohmeyer“, (Montag Ruhetag) – Öffnungszeiten erfragen.

Start B 9, B 9 A: Gilfershausen, Ortsmitte, Wandertafel, - „Hauptstraße“ (K 53) Richtung Imshausen – Ortsausgang – rechts am Brunnen bergauf – am Abzweig des B 9 nach links führt der B 9 A geradeaus weiter zur Schoßberg-Hütte (gemütlicher Rastplatz) – weiter rechts bergab wieder zum B 9 – nach rechts – Mühlberg, 339 m – rechts eine Bank, Überland-Stromleitungsmast – rechts nach Gilfershausen – Straße „In den Dellen“ – „Hauptstraße“ (K 53) – rechts Ausgangspunkt Gilfershausen, Ortsmitte, Wandertafel.

B 9 Wanderstrecke: 8,5 km

B 9 A Wanderstrecke: 4 km

Gilfershausen (230 bis 240 m über NN) erreicht man über die Kreisstraße K 35 von Bebra nach 4 km. Ins Auge fällt die auf einer Anhöhe stehende Kirche mit ihrem wuchtigen Turm. Das Dorf liegt im Solzbachtal zwischen dem westlich gelegenen Ziegenberg, 333 m, und den beiden östlich gelegenen Mühlberg, 338 m, und Schoßberg, 365 m, dem Richelsdorfer Schiefergebirge zugehörig.

In einer Urkunde der Reichsabtei Hersfeld vom 31. März 1239 wird Gilfershausen erstmals erwähnt. Da er Ortsname mit „-hausen“ endet, kann davon ausgegangen werden, dass Gilfershausen viel älter ist. Siedlungsgründungen mit der Endung „-hausen“ sind schon aus früheren Jahrhunderten – 600 bis 900 – bekannt. In der Urkunde ging es um die Zugehörigkeit der Kapelle in Gilfershausen zur Pfarrei Iba. Ritter „Boto von Gilvershusen“ hatte behauptet, die Kapelle vom Abt Ludwig von Hersfeld zu Lehen zu haben. Der Abt konnte jedoch nachweisen, dass dies nicht stimmte.

B9 Wanderweg

Die Kirche von Gilfershausen prägt weithin sichtbar das Ortsbild. Sie hat einen sehr kompakten Turm aus Bruchsteinquadern und eine Wandstärke bis zu 1,40 m. Der Turm steht im Osten. Die Kirche ähnelt, wie viele Kirchen in der Umgebung, einer Burg. Der Zeitpunkt der Erbauung ist nicht bekannt. Im Mittelalter waren die Kirchen in Gilfershausen und in Iba Wallfahrtskirchen. Es entstanden die Ortsbezeichnungen „Ilffershausen“ – elf Häuser und elf Familien im Ort – später als die Häuser und Familien zunahmen und eine Kirche gebaut wurde „Gilffershausen“. Die weitere Namensbezeichnung „Gehülfenhausen“ lässt einen Zusammenhang mit der sehr bekannt gewordenen Wallfahrtskirche in Gilfershausen erkennen.

Zeitweise gehörte die Kirche in Gilfershausen zur Abtei Hersfeld, zur Pfarrei Iba, zum Stift Rotenburg bzw. zum Kloster Cornberg. Nach der Reformation wurde sie eine „Filialkirche“ der „Mutterkirche Iba“. Es gab noch verschiedene Wechsel. 1972 erfolgte eine Neugliederung der Kirchspiele. Gilfershausen wurde vom Pfarrer aus Solz betreut, zu dessen Pfarrstelle Gilfershausen 1986 offiziell zugeordnet wurde.

Die Klöster Blankenheim, Cornberg und die Abtei Hersfeld haben in Gilfershausen vielfältige Rechtsgeschäfte – Belehnungen, Käufe, Verkäufe und Schenkungen von Besitzungen und Gütern – getätigt. Landgraf Philipp beendete in der Zeit der Reformation mit der Sekularisierung der Klöster diese Rechtsgeschäfte. Die Mönche und Nonnen verließen die Klöster. Die klösterlichen Besitzungen gingen in den Besitz des Landgrafen über und die Rechtsgeschäfte wurden in die landgräfliche Verwaltung übernommen.

An dem Kirchengebäude traten im Laufe der langen Zeit Schäden auf. Die Bausubstanz wurde immer schlechter. 1938 begannen Verhandlungen über umfangreiche Renovierungsarbeiten. Durch den Ausbruch des 2. Weltkrieges am 01.09.1939 wurden diese Arbeiten nicht begonnen. Die Kirche wurde baupolizeilich gesperrt. Erst nach Kriegsende, 1945, wurde mit einer Sammlung, die 13.702,00 Reichsmark einbrachte, der Anfang für die Renovierung gemacht. Am 27. November 1949, dem 1. Advent, fand wieder Gottesdienst in der Kirche in Gilfershausen statt. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde der Gottesdienst in der Schule gehalten.

Am Ehrenmal der Kriegsopfer der beiden Weltkriege fließt die „Braune“ in die „Solz“. Von der Braune wurde die Obermühle, früher „Mühle im Grundte von Braunhausen“, angetrieben. In einem Rotenburger Salbuch wird sie 1538 aufgrund einer jährlichen Zahlung von „1 Goldgulden zu Mastgeld“ und Lieferung von „1 Viertel Korn für den Wassergang und 60 Eier zu Ostern“ erwähnt. Über diese Mühle gab es abergläubische Geschichten, die mehrfach zum Verkauf führten.

1929 erwarb der Lehrer Kraft Rompf die Obermühle an der Braune, legte sie still und baute sie zu Wohnzwecken um. Das Mühlrad wurde 1963 entfernt.

Das Mühlrad der Dorfmühle wurde vom Solzbach angetrieben. Kurz nach dem 2. Weltkrieg wurde sie stillgelegt, das Mühlrad 1950 entfernt und das Anwesen landwirtschaftlich genutzt. Ersterwähnung einer Gilfershäuser Mühle ist der 2. Mai 1297. Der Blankenheimer „Converse“ (Laienbruder) Barthold Stollzebuer kauft eine Mühle „lebenslang und zur Verbesserung seiner Kleider“ für 7 Mark Silber. Es ist nicht bekannt, ob er die Obermühle oder die Dorfmühle kaufte. Es wird berichtet, dass die „Mahlgäste“ beider Mühlen „freiwillig und nicht gebannt“ (an keine Mühle gebunden) waren.

B9 Wanderweg

Um 1850 konnten sich die Bauern per Gesetz mit der sogenannten „Ablösung“ von ihren Zinslasten befreien. Der Bauer wurde ein „freier Mann auf eigener Scholle“. Dadurch verbesserte sich das bäuerliche Leben in den Dörfern.

Um den Nachwuchs besser auszubilden, wurde 1906 in Gilfershausen eine „ländliche Fortbildungsschule“ ins Leben gerufen. Für die Schulkinder wurde 1910 eine neue Schule geplant. Durch den 1. Weltkrieg, die danach folgende Inflation, hohe Arbeitslosigkeit und die schlechte wirtschaftliche Situation wurde das Vorhaben zurückgestellt. Es vergingen über 20 Jahre. Am 25. September 1932 wurde der Schulneubau schließlich eingeweiht. In den 1960er Jahren begann die Auflösung der Dorfschulen. 1962 wurden die 7. und 8. Schulklasse nach Bebra verlegt. Es folgten weitere Klassen. 1969 wurde die Dorfschule aufgelöst und die restlichen Klassen Bebra zugeordnet. Das Schulgebäude wurde zu einem Dorfgemeinschaftshaus umgebaut.

Die Schulneubauplanung von 1910 war, wie oben bereits erwähnt, zurückgestellt. Als wichtiger wurde 1911 der Bau eines Wasserleitungsnetzes von den Gemeindevertretern beschlossen. Das mühsame Pumpen, Schöpfen und Tragen in die Häuser und Ställe hatte dadurch ein Ende.

Der 1. Weltkrieg war 1918 zu Ende. Es gab noch keine Elektrizität im Dorf. Elektrisches Licht, elektrische Anlagen, Maschinen, Geräte und Einrichtungen usw., was wir heute als unentbehrlich einstufen, konnte nicht verwendet werden. Das sollte sich ändern. 1922 erhielt Gilfershausen die elektrische Stromversorgung.

Weitere Informationen finden Sie in der „Festschrift zur 750-Jahrfeier Bebra-Gilfershausen“, in der „Chronik der Stadt Bebra, Teil 2“, in „Bebra und seine Stadtteile bildschön“, in „Rund um den Alheimer“.

Und nun:

„Auf, auf, ihr Wandersleut, auf Bebras Wanderwegen durchs waldhessische Bergland!“