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Bebras Bürgermeister nimmt Stellung zu Beschwerden über den Winterdienst

BEBRA. Bebras Bürgermeister Stefan Knoche verwahrt sich gegen Vorwürfe und Beschwerden, die insbesondere in den sogenannten sozialen Netzwerken gegen den Winterdienst der Stadt veröffentlicht worden sind. So weist Knoche darauf hin, dass es für den Winterdienst einen vom Magistrat beschlossenen Räum- und Streuplan gibt, der schon mehrfach rechtlichen Überprüfungen standgehalten habe.

Das Winterdienstteam des Bebraer Bauhofs mit Fahrzeugen und Geräten in coronasicherem Abstand. Foto: Christian Sass nh

Besondere Bedeutung erfahren dabei insbesondere Steigungsstrecken, Hauptverkehrsstraßen sowie Schul- und Rettungswege.

Der Winterdienst ist so organisiert, dass ein Warndienstleiter in der Zeit von Oktober bis Ende März bei kritischen Temperaturen die neuralgischen Stellen (bspw. Solz, Berliner Ring, Breitenbach, Kleebergstraße, Bebra, Eisenacher Straße) abfährt und wenn nötig den Winterdienst ab 3:30 Uhr alarmiert. Der Winterdienst hat auch eine Spätschicht, so dass die Zeiten, in denen Berufsverkehr stattfindet, bestmöglich abgedeckt werden.

Die Stadt Bebra setzt für den Winterdienst einen Unimog, einen LKW, ein Multicar und einen Kleinschlepper ein. Außerdem gibt es eine Handkolonne, die Treppenanlagen im Stadtgebiet räumt und streut. Die Handkolonen werden ab den regulären Arbeitszeiten durch weiteres Personal verstärkt. Bei Extremwetterlagen wie am vergangenen Montag kommen auch weitere LKW’s, Radlager und Bagger zum Einsatz, um den Schnee in den Kreuzungsbereichen und Bushaltestellen abzutransportieren.

Insgesamt sind für die Gewährleistung des Winterdienstes knapp 30 Mitarbeiter in Bereitschaften eingeteilt.

Der Bauhof hält ca. 60 Tonnen Streusalz bereit. Bei einem normalen Winterdiensteinsatz werden ca. sieben Tonnen Streusalz verbraucht.

Bei alledem weist Knoche darauf hin, dass es in Bebra wie in fast allen Gemeinden und Städten seit Jahren einen eingeschränkten Winterdienst gibt, da Personal und Technik trotz der genannten Einsatzkräfte und der Einsatzfahrzeuge nicht ausreichen, um immer und überall jede Straße zu räumen.

Knoche stellt sich gemeinsam mit Bauhofleiter Christian Sass vor seine Mitarbeiter. „Was meine Leute da geleistet haben, verdient Anerkennung und keine Kritik.“, sagt Knoche. Natürlich sei es für den einzelnen Bürger nicht immer nachvollziehbar, wieso es bei ihm gefühlt länger dauere, als anderswo. Dabei seien es oft Anlieger selbst, die die Arbeit des Winterdienstes erschweren. So sei es hilfreich, wenn PKW nach Möglichkeit so abgestellt würden, dass der Schneepflug gut durchkäme.

Leider erlebe man es immer wieder, dass Schnee von privaten Flächen mitten auf die Straße geworfen wird und diese dann auch noch durch abgestellte PKW nahezu unpassierbar versperrt wird.

Viele Anrufer seien besorgt, dass zum Beispiel Versorgungsfahrzeuge nicht mehr durchkämen. Dies werde aber, so Knoche, nicht dazu führen, dass man zum Beispiel aufgrund eines Anrufes ein Einsatzfahrzeug in Solz abziehe, um es in Breitenbach einzusetzen. Damit sei niemand gedient, stellt der Bürgermeister fest.

Gerade in der gegenwärtigen Situation gebe es das Phänomen, dass man mit beschwerdeführenden Anrufern fast immer ganz vernünftig reden könne, während in den sogenannten sozialen Netzwerken nahezu verbal gewütet werde. Insbesondere auf Facebook und Co. würden von keinerlei Sachkenntnis getrübte Posts veröffentlicht, die dann in einem offenbar gruppendynamischen Prozess der völligen Unkenntnis begierig geteilt würden.

Den Vogel abgeschossen habe eine Dame aus einer Nachbargemeinde, die sich bereits morgens um 7 Uhr über den mangelnden Winterdienst vor ihrer Haustür beschwerte, für den die Stadt Bebra überhaupt nicht zuständig war. Zwar habe er die Person mit einem dezenten Post aufgefordert, den Fehler zu finden, aber zuerst werde mal gemeckert, bevor nachgedacht werde, führt Knoche aus.

Energisch wird der Bürgermeister, wenn in diesem Zusammenhang gar von einer Katastrophe gesprochen wird: „Nein, es ist angesichts von weit über 60.000 Corona-Toten keine Katastrophe, wenn 30 Zentimeter Schnee fallen und der Bauhof nicht in zehn Minuten vor Ort ist“.

Knoche ruft zu mehr Besonnenheit und nachbarlicher Hilfe auf und zitiert den Volksmund: „Ein jeder kehre vor seiner eigenen Tür“, sage dieser. Wenn dann auch noch, wie in Bebra gern und häufig praktiziert, dem Nachbar geholfen werde, sei man von unnötiger Aufgeregtheit schon ein gutes Stück weit entfernt.